TAHITIAN
Tahitiperlen heute
Heute sind wunderschöne Süßwasserperlen in einer Vielzahl von Farben und Größen erhältlich. Sie sind zu einer festen Größe im Markt für edlen Schmuck geworden. Dank kontinuierlicher Qualitätsverbesserungen können sie ihren Salzwasserperlen fast ebenbürtig werden.
Tahitiperlenauster
Tahitiperlen werden in der Schwarzlippigen Auster gezüchtet. Der wissenschaftliche Name der Auster lautet Pinctada margaritifera cumingi. Der natürliche Bestand der Schwarzlippigen Auster ist stark dezimiert und deshalb vor der Ernte geschützt. Um einen Austernbestand für die Perlenzucht aufzubauen, werden die Austernbrut im Meer gesammelt. Die Brut ist das jugendliche Entwicklungsstadium nach der Larve. Das Sammeln der Brut beginnt im Dezember und das Fangnetz wird sechs bis neun Monate später geborgen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Brut einen Durchmesser von 2,5 bis 5 cm. Die Brut wird dann sorgfältig gepflegt und aufgezogen, bis sie etwa zweieinhalb bis drei Jahre alt ist. Ihre Größe hat sich in dieser Zeit ungefähr verdreifacht.
Schwarzlippige Perlenauster – Foto: Jim Maragos
Wachstum von Tahitiperlen
Über 50 % der Austern vertragen die Einpflanzung nicht gut. Infolgedessen kann der Züchter etwa 20 % seiner ursprünglichen Austern aus Brut als Perlenproduzenten züchten. Die Austern werden in einer geschlossenen oder geschützten Lagune vor Umwelteinflüssen und Fressfeinden geschützt. Dort werden die Austern die nächsten 22 bis 26 Monate sorgfältig gepflegt. Sie legen jeden Tag drei bis vier Schichten von jeweils 0,5 bis 1 Mikron ab. Ein Mikron ist 1/1000 eines Millimeters.
Ernte von Tahitiperlen
Tahitiperlen werden zwischen Mai und November geerntet. Jede Perle wird sorgfältig von einem Kernbildner geerntet. Wenn die Perle von guter Qualität ist, setzt der Kernbildner oft eine größere Perle ein und der Wachstumszyklus beginnt von neuem. Eine einzelne Auster kann auf diese Weise vier Perlen produzieren, wobei jede Perle größer ist als die vorherige. Die Qualität kann jedoch mit jeder Perle abnehmen. Eine Auster, die gut produziert hat, wird dann wieder in die freie Natur entlassen, um als Zuchtbestand für künftige Generationen zu dienen. Nur etwa fünf Prozent der Ernte sind rund. Die übrigen Perlen haben runde, barocke oder andere Formen. Etwa 40 % haben außerdem Edelsteinqualität. Nur ein bis zwei Prozent einer Ernte sind sowohl rund als auch edel.
Perlenkeimbildung:
Erfahrene Techniker reinigen und sortieren die Austern vor der Keimbildung. Sie müssen außerdem sicherstellen, dass die Auster nicht kurz vor dem Laichen steht. Um zukünftige Populationen zu sichern, wird eine laichende Auster sofort wieder ins Wasser gesetzt. Vor der Keimbildung muss der Keimbildner eine Spenderauster für das Mantelgewebe auswählen. Die Schalenfarbe dieser Spenderauster kann die entstehende Perle beeinflussen. Die reife Auster wird kerngebildet. Ein kleiner Einschnitt in die Keimdrüse der Auster wird vorgenommen und das Spendergewebe zusammen mit einer speziell angefertigten Perle eingesetzt. Die Auster wird wieder ins Wasser gesetzt, und es dauert etwa einen Monat, bis der Einschnitt verheilt ist. Die Größe der Keimperlen variiert zwischen 6 und 10 mm.
Verarbeitung von Tahitiperlen
Nachdem die Perlen aus den Austern geschlüpft sind, werden sie gewaschen, getrocknet und leicht poliert. Weitere Bearbeitungen sind nicht zulässig. Außerdem müssen die Perlen eine durchschnittliche Perlmuttdicke von 0,80 mm aufweisen.